

Thermisches Spritzen
Viele verwenden noch den Begriff Flammspritzen, wenn sie vom Thermischen Spritzen sprechen. Worin liegt der Unterschied? In der Praxis ist er gering.
Der Begriff Flammspritzen stammt aus der Zeit, in der diese Oberflächenbehandlung eingeführt wurde. Heute ist Thermisches Spritzen der weiter gefasste internationale Begriff, abgeleitet vom englischen Ausdruck „Thermal Spray Process“.
Einfach ausgedrückt ist Thermisches Spritzen eine Oberflächenbehandlung, bei der eine geschmolzene Metallschicht auf eine Komponente aufgespritzt wird. Das Verfahren kann für Reparaturen eingesetzt werden, beispielsweise zur Wiederherstellung einer eingelaufenen Welle oder eines Lagersitzes.
Es kann auch eingesetzt werden, um eine neue Schicht oder Beschichtung aufzubringen und die Komponente dadurch besser an die Anwendung des Kunden anzupassen. Denkbar ist etwa eine raue Beschichtung für mehr Griffigkeit oder eine besonders glatte Schicht, die die Schmierung in Ihrer Maschine verbessert. Die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt. Flammspritzen ist daher nicht nur für die Instandsetzung geeignet, sondern auch für die vorbeugende Behandlung von Maschinenkomponenten.
Vielfältige Möglichkeiten
Thermisches Spritzen besitzt ein außerordentlich breites Anwendungsspektrum. Mit dem richtigen Fachwissen lässt sich der passende Werkstoff für Ihre Anwendung auswählen. Es gibt unzählige Möglichkeiten, doch eine davon ist stets die beste Wahl.
Nachfolgend finden Sie die verfügbaren Verfahren und kurze Beispiele, damit Sie sich ein besseres Bild von den Möglichkeiten machen können.
Denken Sie beispielsweise an die Härtung Ihrer Komponente. Mit unseren thermisch gespritzten Schichten können wir eine Komponente oder einen ausgewählten Bereich so hart machen, dass der Verschleiß deutlich abnimmt und sich die Standzeit verlängert.
Für eine bessere elektrische oder thermische Isolierung kann eine keramische Schicht gewählt werden. Soll Ihre Komponente die Prozesswärme dagegen besser verteilen, verwenden wir wärmeleitende Schichten, beispielsweise aus Kupfer.

Autogenes Pulverflammspritzen (kalt)
Beim kalten autogenen Pulverflammspritzen wird ein pulverförmiger Spritzwerkstoff mithilfe einer Flamme bis zur Schmelztemperatur erhitzt, beschleunigt und auf eine Oberfläche gespritzt, wo er eine Beschichtung bildet.
Dieses Verfahren des Thermischen Spritzens kann zur Wiederherstellung verschlissener Metallkomponenten eingesetzt werden, beispielsweise von Zylindern in Hydrauliksystemen.

Autogenes Pulverflammspritzen (warm)
Dieses Verfahren ähnelt dem kalten autogenen Pulverflammspritzen; nach dem Aufbringen wird die Schicht jedoch bei ungefähr 1.000 °C eingeschmolzen.
Die Technik wird überall dort eingesetzt, wo harte, schlag-, stoß-, verschleiß- und chemikalienbeständige Schichten erforderlich sind.

Drahtflammspritzen
Beim Drahtflammspritzen wird der drahtförmige Spritzwerkstoff mit einer Flamme aufgeschmolzen. Das geschmolzene Material wird zerstäubt und auf das Werkstück gespritzt, sodass eine schützende Beschichtung entsteht.
Das Verfahren wird häufig zur Wiederherstellung verschlissener oder beschädigter Oberflächen an Wellen und Zahnrädern eingesetzt.

Elektrisch draad spuiten (ARC) -
Hierbei wird elektrische Energie genutzt, um den drahtförmigen Spritzwerkstoff zu erhitzen und aufzuschmelzen. Das geschmolzene Material wird anschließend auf das Werkstück gespritzt.
Das Verfahren dient zur Wiederherstellung von Maßtoleranzen an Maschinenkomponenten, beispielsweise an Lagersitzen.

Plasmaspritzen
Beim Plasmaspritzen wird ein ionisiertes Gas (Plasma) verwendet, um den Spritzwerkstoff zu erhitzen und zu beschleunigen. Dadurch entsteht eine sehr feste und hervorragend haftende Beschichtung.
Wir setzen diese Technik häufig bei Komponenten ein, die extremem Verschleiß ausgesetzt sind, beispielsweise bei Turbinenschaufeln in der Luft- und Raumfahrt.

HVOF-Spritzen
Beim HVOF-Spritzen (High-Velocity Oxy-Fuel) werden Pulverpartikel durch einen Hochgeschwindigkeits-Gasstrom auf das Werkstück beschleunigt. Das Ergebnis ist eine dichte, hervorragend haftende Beschichtung.
Das Verfahren wird häufig zur Wiederherstellung kritischer Maschinenkomponenten eingesetzt, beispielsweise von Ventilsitzen in Verbrennungsmotoren.


Spritzschweißen / Flipperen
Das Pulver wird einem Brenner zugeführt, bis zum schmelzflüssigen Zustand erhitzt und anschließend auf das Werkstück gespritzt; der Spritzauftrag wird in einem Arbeitsgang eingeschmolzen. Das Ergebnis ist eine sehr dichte, fest haftende und verschleißbeständige Beschichtung. Diese Schichten sind schlag- und stoßfest.

NEW
Circle Arc ist ein Lichtbogendrahtspritzverfahren (Arc Spray), das wir speziell für das Beschichten zylindrischer Bohrungen und Außendurchmesser komplexer Komponenten direkt vor Ort entwickelt haben.



